SkinCare for Malawi - Hilfe zur Selbsthile

Hintergrundinformationen

Im Rahmen seiner Facharztausbildung hatte Dr. Göschke die Gelegenheit, während 11/2 Jahren am dermatologischen Zentrum für Schwarzafrika in Moshi, Tanzania, tätig zu sein. Letzteres wird geführt von der Internationalen Dermatologischen Gesellschaft und hat sich zum Ziel gesetzt, jungen Ärzten aus ganz Schwarzafrika durch eine praxisnahe Ausbildung die Möglichkeit zu geben, sich zu so genannten Medical Officers mit Spezialgebiet "Hautkrankheiten" weiterzubilden. Die Rückkehr dieser Medical Officers in ihr Heimatland soll zu einer Verbesserung der teilweise inexistenten medizinischen Versorgung, gerade im Bereich Hautkrankhheiten, führen.

Sowohl in Tanzania, als auch während eines weiteren Aufenthaltes in Afrika am dermatologischen Institut der Stadt Mbarara in Uganda hatte Dr. Göschke viele freundschaftliche Kontakte zu Medical Officers aufbauen können. Dies führte zum Wunsch, weiterhin die hautmedizinische Versorgung der Bevölkerung in Afrika zu unterstützen. Aus diesem Grund war er im Mai 2006 sechs Wochen in Malawi, wo er einen seiner ehemaligen Studenten, Moses Liabunja, an der Wirkungsstätte in seiner Heimat besuchte und sich über seinen beruflichen Alltag informierte.

Mit Schrecken musste Dr. Göschke feststellen, dass von den 21 in Tanzania ausgebildeten Medical Officers nur noch deren 9 als Dermatologen in Malawi arbeiten. Alle können zwar eine korrekte Diagnose stellen und wüssten auch, wie die Behandlung der jeweiligen Hautkrankheit durchgeführt werden müsste, aber sie haben schlicht keine Mittel, weder Antibiotika noch Entzündungshemmer, ja nicht einmal Salben und Crèmes, um diese Behandlung den Patienten auch wirklich zukommen zu lassen. Aus dieser Frustration heraus arbeiten heute viele wieder als General Practitioners (Allgemein-Ärzte), da in diesem Fachbereich aufgrund mehrerer WHO-Programme Medikamente zur Verfügung stehen. Auf diese Weise geht wertvolles Wissen verloren, das eigentlich der Bevölkerung der ärmsten schwarzafrikanischen Länder hätte dienen sollen und das durch die teure Spezialausbildung in Tanzania erworben wurde.

Um diesen Trend zu stoppen und die frustrierende Situation der Berufskollegen in Malawi zu verbessern, hat Dr. Göschke zusammen mit Gleichgesinnten aus der ganzen Schweiz ein einfaches, aber überzeugendes Projekt ins Leben gerufen.

Das Projekt "Skincare for Malawi"

Sehr viele Hautkrankheiten lassen sich durch lokale Behandlungsmassnahmen (z.B. Salben) lindern oder heilen. Die Herstellung dieser Salben ist einfach, kostengünstig und kann in grossen Mengen erfolgen. Vor allem aber haben die Medical Officers während ihrer Ausbildung gelernt, wie man mit bescheidenen Mitteln therapeutische Salben herstellt. Es fehlen aber einige Grundstoffe und auch die Produktionsstätte mit der notwendigen Ausrüstung wie Wagen, Mischbehälter, etc. zur Herstellung der Produkte. Ziel des Projektes ist, eine solche Produktionsstätte aufzubauen, damit die Medical Officers in der Zukunft selbständig Patienten mit Hautkrankheiten versorgen können. So liessen sich zum Beispiel mit nur 1 kg des Grundstoffes Betamethason-Pulver ca. 25'000 Tuben à 50 g einer 0.01% Betamethason-Salbe (entzündungshemmende Salbe) herstellen.

Die Produktionsstätte soll im Südwesten von Malawi, in der Distrikt-Hauptstadt Liwonde, an das dermatologiche Ambulatorium angegliedert werden. Viele Gründe sprechen für einen nachhaltigen Erfolg des Projektes:

  • Während ihrer Ausbildung in Moshi wurde den Medical Officers das theoretische und praktische
    Wissen über die Herstellung und Konservierung von Salben, Crèmes etc. vermittelt.
  • Gewisse Grundprodukte wie Vaseline werden in Malawi selbst hergestellt. Es wurde von einem
    deutschen Hilfswerk auch ein Kontaminations-Kontrollinstrument eingeführt.
  • Zurzeit stehen wir mit mehreren Pharma-Firmen zwecks Donationen von pharmazeutischen Grundstoffen, z.B. Betamethason-Pulver im Gespräch.
  • Um Kontakte zu Hilfsorganisationen zu knüpfen, die schon länger in Malawi tätig sind, wurden bereits die deutsche Botschaft und das schweizerische Tropeninstitut kontaktiert. Auf diese Weise könnte der Transport von Grundstoffen und Mittel zur Produktion über bereits etablierte Wege erfolgen.

Projektphilosophie

Ein wichtiges Anliegen ist die Nachhaltigkeit des Projekts, das heisst, dass die Produktionsstätte möglichst bald selbst tragend sein sollte. Um zu sehen, ob dies erreicht werden kann, soll das Projekt zu Beginn klein angelegt sein. Falls erfolgreich, wird eine Vergrösserung kaum ein Problem darstellen.
Wir hoffen, dass dies erst der Anfang einer erfolgreichen und vielseitigen Partnerschaft ist, welcher der Versorgung von Menschen mit Hautleiden in Malawi dienen soll.